Steigende Regulierungsanforderungen an Unternehmen – Beiräte können wirkungsvoll unterstützen

von Dr. Henning Wagner, Mitglied Beirat-BW e.V.

Auf die Unternehmen in Deutschland kommen in den nächsten Jahren zahlreiche komplexe Regulierungen zu. Sie werden vor allem für mittelständische und Familienunternehmen zu einer großen Herausforderung, da diese – anders als Großunternehmen – nur begrenzte Ressourcen dafür haben und sich keine spezialisierten Zentralabteilungen leisten können. Beiräte können hier wertvolle Unter­stützung leisten. Sie erfahren über ihre Netzwerke – wie etwa Beirat-BW – früh von diesen neuen Regulierungen, können einschätzen, von welcher Relevanz diese für die Unternehmen sein werden und welche Maßnahmen die Unternehmen ergreifen müssen. Weiterhin können Beiräte ihre Erfahrungen aus anderen Unternehmen einbringen und zeigen, welche Strukturen und Prozesse aufgebaut werden müssen und welche Ressourcen dafür erforderlich sind.

Beirat Dr. Henning Wagner, Mitglied von Beirat-BW, sprach mit Rechtsanwältin Dr. Susanne Jochheim, Stuttgart, über aktuelle Gesetze und Gesetzesvorhaben, mit denen sich mittelständische Unternehmen mit ihren begrenzten Ressourcen werden beschäftigen müssen. Dr. Joch­heim verwies auf zwei wichtige Änderungen, die im Zusammenhang mit Compliance stehen: der verpflichtende Schutz von Whistleblowern und das Liefer­kettengesetz. Ursprünglich sollte noch ein Verbandssanktionengesetz (Unter­nehmens­straf­recht) verabschiedet werden. Dies wird wahrscheinlich in der nächsten Legislaturperiode erneut auf der Tagesordnung stehen.

Eine EU-Richtlinie verpflichtet die Bundesregierung, bis Ende 2021 ein Gesetz zu beschlie­ßen, durch das Hinweisgeber („Whistleblower“) in Unternehmen geschützt werden, sprich: dass ihnen die Möglichkeit gegeben wird, bei Hinweisen ihre Anonymität zu wahren. In der vergangenen Legislaturperiode gab es hierzu bereits einen Gesetzentwurf, der jedoch nicht verabschiedet wurde. Daher wird die Richtlinie ohne ein Umsetzungsgesetz ab Mitte Dezember 2021 verbindlich. Zu diesem Zeitpunkt sind Unter­nehmen ab 50 Mitarbeitern verpflichtet, ein System für anonyme Meldungen von Hinweis­gebern einzurichten. Anderenfalls besteht das Risiko, dass ein Arbeitnehmer sich mit Hinweisen direkt an die Öffentlichkeit wendet, was bei aufrichtiger Intention künftig sanktionslos möglich ist.

Gemäß dem Lieferkettengesetz, das der Bundestag im Juni beschloss, müssen Unter­nehmen sicherstellen, dass von ihnen international bezogene Kaufteile in der Lieferkette konform zu Menschenrechts-, Umwelt- und Arbeitsschutzregeln produziert und vertrieben werden. Zwar gilt dies anfangs – ab 2023 – nur für Unternehmen mit mehr als 3000 Mitarbeitern, ab 2024 auch für Unternehmen ab 1000 Mitarbeitern. Doch ist abzusehen, dass Kundenunterneh­men die Pflichten aus dem Lieferkettengesetz an ihre mittelständischen Zulieferer weiter­reichen dürften. Auch hier werden umfassende, aber schwammig formulierte Sorgfalts­pflichten festgelegt, die die Unternehmen zu erfüllen haben.

Mit dem geplanten Verbandssanktionengesetz sollte die Wirtschaftskriminalität wirksamer bekämpft werden, indem auch Unternehmen strafrechtlich sanktioniert werden können. Die Kritik am Gesetzentwurf war heftig, denn er ist wie viele Gesetze so vage formuliert, dass die realen Anforderungen an die Unternehmen kaum eingeschätzt werden konnten. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann das Projekt wieder aufgenommen wird.

Alle diese Gesetze haben gemeinsam, dass bei der möglichen strafrechtlichen Bewertung eines strittigen Vorgangs geprüft wird, ob die umfangreichen Berichts- und Dokumen­ta­tionspflichten erfüllt wurden. Hierbei wird es – so führte Dr. Jochheim im Gespräch mit Dr. Henning Wagner aus – von großer Bedeutung sein, ob das betreffende Unternehmen ein funktions­fähiges Compliance-System eingerichtet hat und anwendet. Denn es entlastet das Unternehmen, wenn es belegen kann, dass ein Gesetzesverstoß eine Panne in einem grundsätzlich funktionierenden Compliance-System ist und nicht etwa zwangsläufig geschah, weil ein solches System überhaupt nicht errichtet wurde. „Es ist in der Regel keine große Sache ein Compliance-System aufzubauen und mit Sicherheit weitaus günstiger, als ohne jede Vorkehrung mit einem Fall im eigenen Unternehmen konfrontiert zu werden“, so Jochheim.

Beirat-BW e.V. Mitgliederversammlung am 13. Juli 2021 in Stuttgart – Kurzbericht

Am 13. Juli 2021 fand die diesjährige Mitgliederversammlung von Beirat-BW e.V. statt. Im Restaurant La Commedia trafen sich 23 Mitglieder des Vereins zur ersten ordentlichen Mitgliederversammlung seit dessen Gründung 2019. Dirk Freiland und Dr. Hans-Michael Schmidt-Dencker begrüßten im Namen des Vorstands alle Anwesenden. Neben vereinsüblichen Punkten stand die Wahl des Vorstands auf der Agenda. Rainer Berthan, bislang Mitglied des dreiköpfigen Vorstands, stellte sich aus beruflichen Gründen nicht erneut zur Wahl. Herzlichen Dank für seinen wertvollen Beitrag!

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Der Beirat ist im Mittelstand auf dem Vormarsch

von Ralph Mühleck, Mitglied Beirat-BW e.V.

Rund 80 Prozent der Familienunternehmen mit mehr als 125 Millionen Euro Umsatz haben einen Beirat. Kleinere Unternehmen verfügen mittlerweile zu einem Drittel über ein solches Gremium. Die Tendenz ist allerdings steigend – und das hat Gründe. Denn wer einen Beirat gut besetzt und professionell arbeiten lässt, bekommt einen Mehrwert. Das hat sich herumgesprochen. Vom Coach, der den Unternehmer auch bei persönlichen Problemen unterstützt, über den Sparringspartner zur Diskussion schwieriger Themen das Unternehmen betreffend bis zum Durchsetzer unliebsamer Entscheidungen; ganz entsprechend den Anforderungen, die an den Beirat gestellt werden, und dem Gestaltungs- und Entscheidungsraum, den man ihm gibt.

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3. Zertifizierungskurs zum Qualifizierten Beirat (Beirat-BW) abgeschlossen – ein Rückblick

Vom 25. bis 27. März 2021 fand unsere dritte Zertifizierungsschulung zum Qualifizierten Beirat (Beirat-BW) statt. Dieses Jahr durften wir 17 Teilnehmer*innen in den Räumlichkeiten des Württembergischen Automobilclubs Stuttgart begrüßen. Um eine Präsenzveranstaltung in diesem Rahmen möglich zu machen, wurde dazu im Vorfeld ein detailliertes Hygienekonzepts ausgearbeitet mit täglichen Corona-Tests aller anwesenden Personen.

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Wie kann Sie ein Beirat bei der Nachfolge in Ihrem Unternehmen unterstützen?

von Bert Overlack, Mitglied Beirat-BW e.V.

In vielen Familienunternehmen in Deutschland und vor allem in Baden-Württemberg steht das Thema Unternehmensnachfolge an. Unternehmer übergeben ihr Lebens- oder gar Generationenwerk in neue Hände – sei es an ein Familienmitglied oder einen externen Geschäftsführer. Da ein solcher Schritt oft mit einem großen Unternehmensumbruch einhergeht, sind Entscheidungen in Bezug auf die Unternehmensnachfolge von wichtiger Bedeutung.

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Artikel in Stuttgarter Zeitung zu Beirat-BW

Heute erschien in der Stuttgarter Zeitung ein Artikel zur Bedeutung von Beiräten für mittelständische Unternehmen. Beirat-BW e.V.-Vorstand Dirk Freiland hat mit Redakteur Andreas Schröder über die Vorteile eines qualifizierten Beirats sowie die Idee hinter der Initiative von Beirat- BW e.V. gesprochen.

Den Artikel als PDF finden Sie hier und auf stuttgarter-zeitung.de für StZPlus-Abonnenten.

Interessante Studie zum Thema Beirat in Familienunternehmen

PWC hat zusammen mit INTES Akademie für Familienunternehmen kürzlich eine neue Studie zum Thema „Der Beirat im Familienunternehmen“ veröffentlicht. Unter dem Motto „Wenn, dann richtig!“ werden Entwicklungen, neue Erkenntnisse und Empfehlungen zu Rolle und Aufgaben von Beiräten im Mittelstand aufgezeigt.

Zu PWC: https://www.pwc.de/beirat
Studie als PDF: https://www.pwc.de/de/mittelstand/der-beirat-im-familienunternehmen-2021.pdf

Warum Unternehmen jetzt einen Beirat haben sollten

von Hans Michael Schmidt-Dencker, Vorstandsmitglied Beirat-BW e.V., Rechtsanwalt und Unternehmerberater, Stuttgart

In der Krise zeigt sich die wahre Stärke oder auch Schwäche eines Unternehmens und seines Managements. Mit der Corona-Pandemie kommt es zu einer Krisensituation, die alle bisherigen Szenarien weit in den Schatten stellt. Dazu tragen auch die großzügigen, als Unterstützung und zur Insolvenzvermeidung gedachten Finanzhilfen bei; ebenso die weiteren Rahmenbedingungen, wie Steuererleichterungen, Kurzarbeitergeld, die (vorübergehende) Aussetzung der Insolvenzantragspflicht wegen Überschuldung (bis 31.01.2021) und eine tiefgreifende Änderung des Insolvenzrechts, durch das zum 01.01.2021 in Kraft getretene SanInsFog, das Sanierungs- und Insolvenzrechtsfortentwicklungsgesetz.

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In 5 Schritten einen Unternehmensbeirat aufbauen

Immer mehr Unternehmer*innen erkennen den Mehrwert, den ein passgenau zusammengesetzter Beirat leisten kann. Mit ausgewiesener unternehmerischer Erfahrung und fachlicher Expertise werden Impulse eingebracht und unternehmerische Entscheidungen unterstützt. Dadurch wird die längerfristige Entwicklung des Unternehmens abgesichert. Gerade in der aktuell schwierigen Gesamtlage gilt es, die Corona-Krise kurzfristig zu bewältigen und gleichzeitig die Weichen für die Zukunft richtig zu stellen. Besonders in Familienunternehmen kann ein erfahrener Beirat einen wertvollen Beitrag leisten und unterschiedliche Interessen moderieren oder Nachfolgesituationen erfolgreich mitgestalten.

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Business Ecosystems als Erfolgsfaktor – Beiräte schaffen Mehrwert

Neues Buch von Uwe Klaus Hotz

Unternehmer Deines Business Ecosystems

Vernetzt und kooperativ aus der Krise – ein Pulsgeber für nachhaltige Veränderung

Business Ecosystems sind kooperative Netzwerke. Ihr Ziel ist es, im Verbund mehrerer Unternehmen gemeinsam mehr Wert zu erzeugen. Die über Jahrzehnte geprägte Silostruktur starrer Lieferketten wird zunehmend durch die Wertlogik der Business Ecosystems ergänzt und verdrängt. Das den Lieferketten eigene Effizienzstreben findet seine Grenzen in der steigenden technologischen Komplexität.

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Welche Unternehmen zählen zu den deutschen Weltmarktführern?

Auf diese Frage gibt unser BEIRAT-BW – Mitglied Prof. Dr. Christoph Müller jedes Jahr im Herbst die Antwort. Knapp über 500 Unternehmen in Deutschland dürfen sich Weltmarktführer nennen. Dazu erforscht Herr Müller jeweils im Sommer die Jahresabschlüsse der Unternehmen. Vor allem die publizierten Abschlüsse im Bundesanzeiger, aber auch auf den Investor Relations-Seiten der Unternehmen. Dann stellt sich heraus, ob die Unternehmen die Kriterien (weiterhin) erfüllen.

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Initiative qualifizierter Beiräte gründen Beirat-BW e.V.

Am 25. Juli kamen Rainer Berthan, Prof. Harald Eichsteller, Dirk Freiland, Thomas Hagen, Prof. Dr. Christoph Müller,  Dr. Hans Michael Schmidt-Dencker sowie Dr. Michael Völter zusammen, um aus ihrer Initiative für qualifizierte Beiräte den Grundstein für einen eingetragenen Verein zu legen. Die Eintragung ins Vereinsregister wird kurzfristig erfolgen, Vereinsvorstände werden unter dem Vorsitz von Dirk Freiland Dr. Hans Michael Schmidt-Dencker und Rainer Berthan.

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Initiative qualifizierter Beiräte formiert sich

Dirk Freiland, Thomas Hagen, Prof. Dr. Christoph Müller, Prof. Harald Eichsteller, Rainer Berthan sowie Dr. Hans Michael Schmidt-Dencker formieren sich in Stuttgart, um mittelständische Unternehmerinnen und Unternehmer als Beiräte mit einem großen Portfolio an Knowhow zu unterstützen.

Aufsichtsratsstudie Digitale Transformation kostenlos zum Download

80 Prozent der befragten Aufsichtsräte sind der Meinung, dass die Schaffung eines digitalen Vorstands-Ressorts als Maßnahme der Digitalen Transformation nicht ausreicht, 23 Prozent messen Digitalisierungs-Know-how im Anforderungsprofil aller Vorstandspositionen eine sehr hohe und hohe Bedeutung zu. 60 Prozent der Aufsichtsräte haben nach eigener Einschätzung kein Digital-Know-how – Für die Zukunft der Boards haben die Teilnehmer der Studie klare Prioritäten, auf ihrer Kompetenzwunschliste stehen mehr Digitalkompetenz (56%), mehr Mitglieder im Alter zwischen 40 und 60 Jahren (4 %) sowie mehr Querdenker ohne Branchen-Knowhow (46%). 

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Eichsteller interviewt Vorstände zum Thema Digitale Transformation

Prof. Harald Eichsteller stellte in der Zeitschrift BOARD den zweiten Teil  der Mini-Serie Herausforderung Digitale Transformation vor. Der ehemalige Chief Digital Officer der Aral AG interviewte im Sommer Vorstände von EnBW, BASF und Vontobel sowie die Geschäftsführer der Start-up-/Digitalbereiche von Bosch, Telekom und Porsche zu möglichen Lösungsansätzen.

Das Interview können Sie kostenfrei hier herunterladen.